Biogenes CO₂, das bei der Verbrennung von biologischen Quellen wie Pflanzen, Tieren und organischen Abfällen freigesetzte Kohlendioxid, hat das Potenzial, einen erheblichen Wert für die in der Abfallverbrennung und -mitverbrennung tätigen Unternehmen freizusetzen. Von der verbesserten Einhaltung gesetzlicher Vorschriften bis hin zur Verbesserung der Nachhaltigkeit ist die genaue Bewertung der biogenen CO₂-Emissionen nicht mehr nur eine Notwendigkeit, sondern auch eine Geschäftsmöglichkeit.
Was genau sind also die Vorteile der Messung von biogenem CO₂, und wie können Organisationen dies effektiv tun? Schauen wir uns das mal an.
Was ist biogenes CO₂, und warum ist es wichtig, es zu messen?
Im Zuge der weltweiten Umstellung von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energiequellen rücken die biogenen CO₂-Emissionen und die Notwendigkeit einer genauen Kohlenstoffbilanzierung in den Mittelpunkt des Interesses von Regulierungsbehörden und Marktteilnehmern – ein Zeichen für die wachsende Erkenntnis, dass nicht alle Emissionen gleich sind.
Da die Kohlenstoffmärkte immer stärker unter die Lupe genommen werden, verstärken die politischen Entscheidungsträger ihre Bemühungen um Transparenz, Rechenschaftspflicht und Effektivität bei der Emissionsberichterstattung – einschließlich des biogenen CO₂ –, um effektivere Klimastrategien auf dem Weg zu Netto-Null-Zielen zu fördern.
Ein Beispiel ist die überarbeitete EU-Richtlinie über erneuerbare Energien (RED II), die die Nutzung biogener Abfälle zur Energieerzeugung fördert und zur Einhaltung der Nachhaltigkeitsziele eine genaue Messung von biogenem und fossilem CO₂ verlangt.

Was sind die wichtigsten wirtschaftlichen Vorteile der Messung von biogenem CO₂?
Da es sich um eine kohlenstoffneutrale Emission handelt, eröffnet die genaue Messung und Berichterstattung des biogenen CO₂ Abfallverbrennungsunternehmen zahlreiche Möglichkeiten auf den Kohlenstoffmärkten, stärkt ihre Bemühungen um Nachhaltigkeit und verbessert ihr ESG-Profil insgesamt.
Durch die Messung des biogenen CO₂ können die Betreiber genau feststellen, wie viele ihrer Emissionen klimaneutral sind, sodass sie für diesen Anteil keine Zertifikate im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems oder anderer lokaler Systeme erwerben müssen. Indem ein Unternehmen die Emissionsobergrenze nicht überschreitet, kann es überschüssige Zertifikate verkaufen oder für eine spätere Verwendung aufsparen.
Der genaue Nachweis, dass ein erheblicher Teil der Energie aus biogenen Quellen stammt, kann den Organisationen zudem einen Zugang zu Zertifikaten für erneuerbare Energien (RECs) ermöglichen – ein leistungsfähiges Instrument zur Verbesserung des Nachhaltigkeitsportfolios einer Anlage und zur Diversifizierung der Einkommensströme. In bestimmten Regionen können Abfallverbrennungsanlagen, die biogene Quellen nutzen, darüber hinaus lukrative Möglichkeiten wie Einspeisetarife, Steuergutschriften und andere staatliche Subventionen in Anspruch nehmen.
Das Verständnis des biogenem CO₂ kann zudem für das Branding von Nutzen sein. Eine transparente Emissionsberichterstattung wird zunehmend als entscheidend angesehen, um Investitionen anzuziehen, umweltbewussten Verbrauchern die Tür zu öffnen und gleichzeitig den Ruf eines Unternehmens als wichtiger Akteur beim Übergang von fossilen Brennstoffen zu verbessern.
Umwandlung von biogenem CO₂ in wirtschaftliche Gewinne
Im Rahmen des britischen Systems der Renewable Obligation (RO) müssen die Betreiber von Abfallverbrennungsanlagen nachweisen, dass mindestens 50 % ihrer CO₂-Emissionen biogen sind, um wertvolle Renewable Obligation-Zertifikate (ROCs) zu erhalten, die bei hohen Energiepreisen gehandelt werden können.
Eine Abfallverbrennungsanlage in Plymouth, die bis zu 265.000 Tonnen an Haushalts-, Gewerbe- und Industrieabfällen verarbeitet, wandte sich an ENVEA, um eine Lösung zu finden, mit der sie ihre biogenen CO₂-Emissionen zuverlässig melden und sich für ROCs qualifizieren kann. Ihr bisheriges manuelles Probenahmesystem – das sich lose an der Norm EN 13833 orientierte – war nicht automatisiert, erforderte häufige manuelle Eingriffe und lieferte uneinheitliche Ergebnisse.
Um diese Herausforderungen zu meistern, haben wir das System AMESA-B eingeführt, das ein vollautomatisches und kontinuierliches Probenahmeverfahren bietet, das der Norm EN 13833 entspricht. Das System ist mit den Steuerungssystemen der Anlage integriert, passt sich automatisch an die Brenneraktivität an und speichert Daten für detaillierte Analysen. Durch die Bereitstellung einer repräsentativeren Probe der Emissionen der Anlage unabhängig aller Bedienungseinflüsse sind die Messungen nun automatisiert und hochpräzise.
Nach einem 18-monatigen Versuch kann die Anlage nun biogene CO₂-Anteile von über 50 % zuverlässig mit einer Schwankungsbreite von nur 5 % melden. Diese verbesserte Genauigkeit hat nicht nur die Einhaltung der Vorschriften sichergestellt, sondern auch die Fähigkeit der Anlage verbessert, sich für ROCs zu qualifizieren und dadurch mehr Einnahmen zu erzielen.
Verbesserung der Geschäftsabläufe durch genaue Erkenntnisse
Da die CO₂-Emissionen der Abfallverbrennungsindustrie wesentlich zur globalen Erwärmung beitragen, ist die Verbesserung der Emissionsdaten für den Umweltschutz von entscheidender Bedeutung. Zudem sollte sie eine strategische Priorität für Unternehmen sein. Verbesserte Messmöglichkeiten unterstützen nicht nur die Nachhaltigkeit, sondern eröffnen auch unmittelbare finanzielle und betriebliche Vorteile.
Kurz gesagt, ist das ein Gewinn für sowohl den Planeten und als auch die Rentabilität.
