Die wachsende Bedeutung von biogenem CO₂ im Emissionshande
„In europäischen Emissionshandelssystemen wird biogenes CO₂ anders behandelt als fossiles CO₂“, erklärt Reinmann. „Betreiber müssen nur für fossiles CO₂ Emissionszertifikate erwerben, weshalb die genaue Bestimmung des biogenen Anteils entscheidend ist, um unnötige Kosten zu vermeiden.“
Sehen Sie sich hier das vollständige Interview mit Jürgen Reinmann an.
Die wichtigsten CO₂-Bepreisungsmechanismen in Europa, darunter das EU-Emissionshandelssystem (EU ETS), das britische ETS und das deutsche Brennstoffemissionshandelsgesetz, folgen alle einer ähnlichen Regel: Biogenes CO₂ ist ausgenommen, da es Teil des natürlichen Kohlenstoffkreislaufs ist. Biomasse absorbiert CO₂ durch Photosynthese und setzt es später bei der Zersetzung oder Verbrennung wieder frei. Reinmann weist jedoch darauf hin: „Auch wenn biogenes CO₂ als klimaneutral gilt, müssen Betreiber dennoch sowohl die Gesamtemissionen als auch die biogenen Emissionen melden. Diese Transparenz ist für die Einhaltung von Vorschriften und die zukünftige Politikgestaltung unerlässlich.“
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Die Einbeziehung von Müllverbrennungsanlagen in Handelssysteme
Abfallverwertungsanlagen waren traditionell vom Emissionshandel ausgeschlossen, aber das ändert sich derzeit rapide. Im Jahr 2022 hat das Europäische Parlament die Einbeziehung kommunaler Verbrennungsanlagen in das EU-Emissionshandelssystem (EU ETS) beschlossen.
Bis 2026 wird die Europäische Kommission ihre Pläne zur Einbeziehung dieser Anlagen bis 2028 finalisieren.
In ähnlicher Weise strebt auch Großbritannien die Integration von Energiegewinnungsanlagen aus Abfall in sein Handelssystem an. Dies bedeutet, dass ab 2026 eine Emissionsüberwachung erforderlich sein wird und ab 2028 vollständige Handelsverpflichtungen gelten werden . „Die Betreiber müssen nur Zertifikate für fossile CO₂-Emissionen kaufen“, betont Reinmann. „Das macht die genaue Messung des biogenen Anteils zu einer wirtschaftlichen Priorität.“
Die finanziellen Auswirkungen einer genauen Messung
Viele Anlagen gehen nach wie vor davon aus, dass ihr Abfallstrom zu 50 % biogen ist. Reinmann warnt, dass dies zu erheblichen Fehlern führen kann: „Der biogene Anteil von Abfällen schwankt im Laufe des Jahres. Selbst ein kleiner Fehler von 1 % kann Betreiber Zehntausende Euro an überschüssigen Emissionszertifikaten kosten.“
Um die potenziellen Einsparungen zu veranschaulichen, betrachten wir eine Anlage, die jährlich 150.000 Tonnen Abfall verbrennt. Wenn genaue Messungen zeigen, dass der biogene Anteil um 1 % höher ist als angenommen, könnte der Betreiber jedes Jahr Emissionszertifikate für 1.500 Tonnen CO₂ einsparen. Bei einem EU-ETS-Preis von 70 € pro Tonne sind das mehr als 100.000 € an jährlichen Einsparungen.
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Messmethoden: Warum Genauigkeit wichtig ist
Es gibt mehrere anerkannte Methoden zur Bestimmung des biogenen Anteils von CO₂:
- Berechnungsbasierte Methoden unter Verwendung von Betriebs- und Chemiedaten.
- Eingabekontrolle, die eine regelmäßige Probenahme der Abfallzufuhr umfasst.
- Lösungen zur kontinuierlichen Überwachung, die eine fortlaufende Datenerfassung ermöglichen.
Reinmann rät zur Vorsicht bei Annahmen und Schätzungen: „Nur direkte Messungen gewährleisten Genauigkeit. Der Goldstandard ist die Kohlenstoff-14-Methode.“
Das AMESA-B: Bewährte, präzise Überwachung
Das Team von ENVEA Global hat das AMESA-B-System entwickelt, einen speziellen und innovativen intelligenten Probenehmer für die Messung von biogenem CO₂. „AMESA-B entnimmt einen Teil des Rauchgases und fängt das CO₂ über einen Probenahmezeitraum von bis zu einem Monat auf einer Kartusche ein“, erklärt Reinmann. „Anschließend analysieren wir die Probe mit der Radiokarbonmethode, der präzisesten Methode zur Unterscheidung zwischen biogenem und fossilem CO₂.“
Das AMESA-B erfüllt die Anforderungen der EN ISO 13833 und wird bereits in mehreren Anlagen in ganz Europa eingesetzt. Dank seines modularen Aufbaus lässt es sich nahtlos in bestehende CO₂-Überwachungssysteme integrieren und bietet Betreibern eine praktische und zuverlässige Möglichkeit, neue gesetzliche Anforderungen zu erfüllen.
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Der Weg in die Zukunft: Chancen und Herausforderungen
Derzeit liegt der Schwerpunkt auf der Emissionsberichterstattung und der Einhaltung von Vorschriften, aber zukünftige Entwicklungen könnten neue Möglichkeiten eröffnen. „Die EU bietet noch keine Anreize für die Abscheidung und Speicherung von biogenem CO₂“, bemerkt Reinmann. „Aber wenn Europa seine Klimaziele für 2040 anstrebt, könnte sich dies ändern und den Weg für negative Emissionsgutschriften und neue Einnahmequellen ebnen.“
Auch die Biogas- und Biomethanbranche ist vielversprechend. Die European Biogas Association geht davon aus, dass bis 2030 jährlich bis zu 46 Millionen Tonnen biogenes CO₂ erzeugt werden könnten, bis 2050 sogar bis zu 124 Millionen Tonnen. Dies stellt eine enorme Chance für Strategien zur Kohlenstoffabscheidung und -verwertung dar.
Eine strategische Notwendigkeit
„Bei der genauen Messung von biogenem CO₂ geht es nicht mehr nur um die Einhaltung von Vorschriften“, betont Reinmann. „Es ist eine strategische Notwendigkeit. Betreiber, die jetzt handeln und präzise Überwachungssysteme implementieren, werden nicht nur ihre CO₂-Kosten senken, sondern sich auch für zukünftige Chancen im CO₂-Handel und in der CO₂-Abscheidung positionieren.“
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